Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull – Theaterstück am 17.12. im Kurhaus

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© G2 Baraniak

Die Welt will betrogen sein, und Felix Krull, geborener Hochstapler, eloquenter Charmeur und Liebling nicht nur der Frauen, kommt diesem Wunsch nach – wovon man sich am Sonntag, 17. Dezember, um 19:30 Uhr im Kurhaus überzeugen kann. Im Vorfeld gibt es für alle Interessierten um 18:45 Uhr ein Einführungsgespräch, in dem Fakten und Hintergründe zum Stück näher beleuchtet werden.

Attraktiv, elegant, ausreichend egoistisch und raffiniert, beschreitet Felix Krull seinen ganz eigenen Weg zwischen Wünschen, Werten und Wahrheit. Der Sohn eines Sektfabrikanten erkennt früh seine schauspielerischen Fähigkeiten und versteht es, sie gewinnbringend einzusetzen. So gelingt es ihm dank einer exzellenten Vorstellung beim Wehrdienst, ausgemustert zu werden. Er sucht sein Glück in Paris und steigt als Liftboy in die Hotelbranche ein. Kleine Diebstähle sind der Auftakt einer kriminellen Karriere, die im Grand Hotel ihren Feinschliff erhält und durch den Rollentausch mit einem liebeskranken Hotelgast, einem echten Marquis, gekrönt wird. Mit dessen Namen, Papieren und Vermögen ausgestattet, begibt sich Felix auf Weltreise. Er zelebriert den schönen Schein und gibt (s)eine Rolle in der Gesellschaft, bis er diese am Ende gar nicht mehr spielt, sondern tatsächlich lebt.

Neben der amüsanten Unterhaltung entlarvt Thomas Manns Roman eine bürgerliche Welt, die den Betrug herausfordert, indem sie Menschen nach dem äußeren Schein, einem guten Namen und vorhandenen Mitteln beurteilt. Ein Phänomen, das sich auch heute vielfach beobachten lässt. Von 1910 bis 1913 dauerte die erste Schaffensphase, nach einer längeren Pause schloss Thomas Mann 1950 bis 1954 dann „Der Memoiren erster Teil“ ab. Dabei blieb es bis zu seinem Tod. Die fiktive Biografie erzählt auch davon, was Künstlersein und Kunst an sich für Mann bedeuten. Krull hat ihn sein Leben lang gedanklich begleitet, das Werk spiegelt sowohl die Identitätskrisen des jungen Thomas Mann als auch die Position des fast Achtzigjährigen wieder.

Regisseur Georg Münzel vom Altonaer Theater und sein sechsköpfiges Ensemble sorgen für einen ausgesprochen kurzweiligen Abend. Den Schauspieler:innen ist der Spaß deutlich anzumerken, schnelle Kostümwechsel und überspitzte Sprache inklusive. Flavio Kiener in der Titelrolle überzeugt mit großer Bandbreite, spielt den vermeintlichen Trottel bei der Musterung zum Wehrdienst ebenso gut wie später den aalglatten Verführer oder weltgewandten Adeligen.

Die Welt will betrogen werden: Karten für die entlarvende Farce gibt es beim Kulturbüro der Stadt Hamm (Tel.: 02381 17-5555), den bekannten Vorverkaufsstellen und online unter kultur.hamm.de

Quelle: Stadt Hamm

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